Betriebswirtschaftslehre, der Einfachheit halber oft BWL abgekürzt, ist die wissenschaftliche Lehre der mikroökonomischen Wirtschaftssubjekte, insbesondere der Unternehmen.
Die Mikroökonomie beschreibt die Bestandteile einer Volkswirtschaft (im Wesentlichen sind die Wirtschaftssubjekte: Haushalte, Unternehmen und Staat), also die Wirtschaft auf einzelperspektivischen, inneren Maßstäben. Die Makroökonomie beschreibt die Wirkungen zwischen diesen Bestandteilen, also die Wirtschaft auf überblickend, globalen Maßstäben.
Während die Volkswirtschaftslehre (VWL) makroökonomische Zusammenhänge untersucht, also die Wirtschaft und Wirtschaftskreisläufe als Gesamtheit betrachtet, interessiert sich die Betriebswirtschaftslehre für die einzelnen Wirtschaftssubjekte, deren innere Strukturen und Abläufe.
Im Vordergrund stehen dabei Prozesse in Unternehmen. Damit stellt sich die Betriebswirtschaftslehre den Fragen der Beschaffung, ebenso wie der Produktion und Verarbeitung sowie dem Vertrieb von Waren (Güterwirtschaft z.B. Vorhänge). Wesentliche Forschungszweige sind zudem Unternehmensführung, Marketing und Rechnungswesen, untersucht werden neben Investitions- und Qualitätsmanagement auch Betriebspsychologie, Finanzbuchhaltung und Controlling. Damit stellt BWL eine interdisziplinäre Lehre dar, die sowohl ökonomische, soziologische und mathematische Theorien miteinander verbindet.
Vorrangiges Ziel des Wirtschaftssubjektes ist die Gewinnmaximierung (rein kapitalistischer Ansatz), dabei sind alle Entscheidungen und Handlungen der Unternehmensleitung eng miteinander verzahnt. Die Aufgabe der BWL liegt nun darin diese Verknüpfungen offen zu legen und Erklärungsmodelle zu entwickeln um mögliche Folgen vorher zu sagen, Prozesse zu optimieren und das Gewinnziel sowie andere Unternehmensziele (zum Beispiel ökologische und ethische Nachhaltigkeit) effektiv zu erreichen. Das resultiert in einem unaufhaltsamen Wettbewerb zwischen den Unternehmen, der leider auch negative Auswirkungen haben kann, wenn sich verschiedene Anbieter im Kampf um eine gute Marktposition immer weiter bei den Produktpreisen unterbieten. Darunter leidet auf Dauer natürlich auch die Qualität der Waren, die Zufriedenheit der Kunden und im Endeffekt der resultierende Gewinn.
Auch bei Versicherungen ist dies nicht anders und es wird versucht, mit allen Mitteln Neukunden zu gewinnen. Darum bietet sich vor Abschluss eines neuen Vertrages auf jeden Fall beispielsweise ein Krankenversicherungsvergleich im Internet an.
Findet ein Unternehmen die Balance zwischen Preis, Qualität, Service und eigenen Kosten und schafft es, Kunden zufrieden zu stellen und zu begeistern, steht dem Erfolg nichts im Wege. Aber es gibt immer wieder betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Hürden, die es zu überwinden gilt.
Wesentlich Begriffe der Betriebswirtschaft, wie zum Beispiel Wertschöpfung oder Produktionsfaktoren, wurden in der Zeit der Industrialisierung geschaffen oder zu voller Blüte entwickelt. Doch auch in der heutigen post-industriellen Gesellschaft finden diese weiterhin Anwendung, da Dienstleistungen und Informationen bzw. Wissen am Markt den realen Gütern im Wesentlichen gleich gestellt werden.